Die Bauhaus Study Rooms 2026 widmen sich Prozessen der Transformation in Regionen des industriellen und postindustriellen Strukturwandels.
In Kooperation mit dem Summercamp Reallabor ZEKIWA Zeitz lädt die Stiftung Bauhaus Dessau Designer*innen und Forscher*innen dazu ein, die Wechselwirkungen zwischen industriell geprägten Landschaften, sozialen Infrastrukturen und der Gestaltung von Lebensräumen zu betrachten. Mögliche Zukünfte nachhaltiger Lebenswelten sowie neue Formen kollektiver (Energie-)Gemeinschaften werden reflektiert und vorgestellt.
Das Reallabor ZEKIWA Zeitz ist Teil der von der Europäischen Kommission initiierten Initiative Neues Europäisches Bauhaus, die den Strukturwandel in ehemals industriell geprägten Regionen begleiten will. Im Titel wie im Konzept nimmt die Initiative Bezug auf das historische Bauhaus und dessen Anspruch, zu Beginn des 20. Jahrhunderts aktiv an der Neugestaltung der Lebenswelt mitzuwirken. Die Auseinandersetzung mit diesem Erbe lädt zu einer Differenzierung der damaligen Ansätze und ihrer ambivalenten Wirkungen ein.
Gestaltung am Bauhaus Dessau war eng mit industriellen Produktionslogiken verknüpft. Angestrebt wurde die Entwicklung von Prototypen, die für eine serielle Fertigung durch die lokale Industrie vorgesehen waren. In dieser Ausrichtung steht das Bauhaus in einer direkten Verbindung zu den landschaftlichen Transformationen des Industriezeitalters, der Intensivierung von Ressourcennutzung sowie den damit einhergehenden Zerstörungen der Umwelt. Zugleich lassen sich am historischen Bauhaus auch frühe Sensibilitäten für die Gefährdung natürlicher Lebensgrundlagen erkennen. Ganzheitliche Denkansätze, die den Menschen als Teil des Ökosystems und in wechselseitiger Beziehung zu seiner Umwelt verstanden, fanden Eingang in die Lehre und Praxis. Das Bauhaus war und ist auch in der nachfolgenden Rezeption ein vielschichtiges Gefüge widersprüchlicher Positionen.
Vor diesem Hintergrund eröffnen die Bauhaus Study Rooms 2026 unter dem Titel „Offene Kreisläufe: Fundamente“ unterschiedliche Perspektiven auf das Bauhauserbe. Partner*innen und Alumni der Bildungsprogramme der Akademie der Stiftung Bauhaus Dessau bringen eigene Fragestellungen, Praktiken und theoretische Zugänge ein, die sie während ihres Aufenthalts vor Ort ausformulieren und anschließend in andere Kontexte weitertragen.