Fr, 29. Mai 2026
// Bauhausgebäude, Gropiusallee 38
14 – 14:30 Uhr
Begrüßung
Barbara Steiner, Vera Lauf, Daniel Springer
14:30 – 15:30 Uhr
Eröffnungsvortrag
Drifting with the Living
Angela Rui
Tradierte Formen, die bewohnt und anschließend von innen heraus verändert werden, bilden die Grundlage von Angela Ruis kuratorischer Praxis im Bereich Design: Historische Dispositive – das Aquarium, das Panorama, die Biennale – werden zu kritischem Material, um die Gegenwart besser zu verstehen. Was, wenn die Trennung zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft vor allem ein Konstrukt unserer Wahrnehmung ist? Wie können wir die Gegenwart als die einzige Dimension begreifen, in der wir handeln und gestalten können?
Entlang von Ausstellungsprojekten und kollaborativen Formate zeichnet Angela Rui eine Praxis nach, die sich an Ökosystemen und Gemeinschaften sowie an den neuen Beziehungen, die sie erfordern, orientiert – und betrachtet die Designkultur, die sie daraus ergeben kann.
15:30 – 18 Uhr
Performativer Rundgang
Interactions: An experiential exploration
Vivien Tauchmann (Choreographie), Lili Carr, Elena Falomo, Shaiwanti Gupta, Teresa Häußler, Pierre Klein, Aanastasiia Noga, Hannah Schönicke, Johanna Soto
Was bleibt sichtbar, was verstummt?
Das Bauhausgebäude wird oft als Sinnbild der Moderne rezipiert – zugleich ist es geprägt von vielschichtiger Historie, Nutzungen und Beziehungen. Dieses Format lädt Besucher*innen dazu ein, das Bauhaus als lebendigen Raum zu erfahren und Bezüge zwischen vergangenen Visionen und gegenwärtigen Realitäten nachzuvollziehen.
Zwischen Luft und Struktur, Körper und System, Vergangenheit und Gegenwart wird das Bauhaus als Ort sichtbar, an dem unterschiedliche Nutzungen, Perspektiven und Bedeutungen fortlaufend aufeinandertreffen und sich immer wieder neu formieren. Interventionen, geteilte Beobachtungen und verkörperte Begegnungen richten den Blick auf häufig unsichtbare Dimensionen von Zugehörigkeit, Arbeit, Fürsorge sowie Spannungsverhältnisse – zwischen öffentlich und privat, Bewegung und Stillstand, Intention und Wirkung.
So entsteht ein Raum, der es ermöglicht, darüber nachzudenken, wie vergangene Erzählungen gegenwärtige Wahrnehmungen prägen – und wie sie gemeinsam neu gedacht werden können. Anstelle fester Narrative bildet sich ein kollektiver Raum der Aufmerksamkeit heraus: wahrnehmen, in Beziehung treten, sich positionieren und hinterfragen.
18 – 20 Uhr
Picknick
mit der Urbanen Farm Dessau
Sa, 30. Mai 2026
// verschiedene Orte in Zeitz
die Workshops richten sich ausschließlich an die Teilnehmenden des Internationalen Summercamps
13 – 17 Uhr
Streuobstwiese Zeitz
Workshop Air
Post-industrial herbarium „Airbarium“
Teresa Häußler, Pierre Klein
Luft ist ein unsichtbares Medium, das uns umgibt, unsere Lungen füllt und subtile Hinweise auf unsere Umwelt liefert. In (post-)industriellen Landschaften wird sie zu einem Schlüssel- Indikator für Umweltbedingungen und umfasst sowohl menschliche als auch mehr-als-menschliche Erfahrungen. Dieser Workshop untersucht Prozesse des Wahrnehmens, Sammelns und Kartierens sowie die Nutzung eines Herbariums als sensibles Medium, um sich mit Pflanzenleben auseinanderzusetzen. Teilnehmende sind eingeladen, einen gemeinschaftlich genutzte Streuobstwiese in Zeitz als einen Raum des Austauschs, des Rhythmus und der Begegnung zu erkunden.
13 – 17 Uhr
ZEKIWA areal Zeitz
Workshop Dreams
From collective memory to collective dreams – A journey through three slices of time
Hannah Schönicke, Johanna Soto
Um sich vorzustellen, was in der Zukunft liegen könnte, müssen wir damit beginnen, uns fest in der Vergangenheit und der Gegenwart zu verankern. Es bedarf eines Fokus sowohl auf gelebte Realitäten als auch darauf, wie wir Geschichten kollektiv erzählen und erinnern. Die Auseinandersetzung mit der erinnerten Vergangenheit von Zeitz anhand von Artefakten, Archivmaterialien und den Geschichten der Bewohnenden sensibilisiert uns für die projektiven und politischen Dimensionen von Geschichten und dafür, wie sie erzählt werden. Ausgehend von einer Sammlung subjektiver Eindrücke, vor Ort gewonnener Wahrnehmungen sowie dem Reichtum unserer eigenen bisherigen Erfahrungen und Hoffnungen werden wir unsere Träume kartieren, um zu zeigen, wie positive Zukünfte entstehen können und um über unsere Wirksamkeit bei der Ausgestaltung dieser Szenarien nachzudenken.
13 – 17 Uhr
ZEKIWA areal Zeitz
Workshop Energy
Labour Assemblies
Anastasiia Noga, Shaiwanti Gupta
Der Workshop lädt Teilnehmende dazu ein, sich kritisch mit den ehemaligen ZEKIWA-Standorten auseinanderzusetzen – sowohl im Hinblick auf die sichtbare industrielle Produktion als auch auf die unsichtbaren Praktiken der Fürsorge und Unterstützung. Dabei wird untersucht, wie unterschiedliche Formen von Arbeit über Energie, Raum und Körper organisiert sind. Durch Führungen und Gruppenarbeiten erproben wir, wie ein einzelnes Objekt oder Element größere Fragen nach produktiver und reproduktiver Arbeit, der Ausbeutung von Ressourcen, Materialgeschichte und sozialen Strukturen eröffnen kann – und wie daraus neue Ansätze entstehen, Arbeit in der Gegenwart zu organisieren.
13 – 17 Uhr
ZEKIWA areal Zeitz
Workshop Soil
Soil Portraits
Lili Carr, Elena Falomo
Anthropogene Böden sind äußerst heterogen, orts- und geschichtsspezifisch, schwierig zu untersuchen und kaum zu verallgemeinern. Dieser partizipative Workshop erprobt eine handwerklich orientierte Methode, um die vielfältigen Charaktere der auf dem ZEKIWA-Gelände vorkommenden Böden in Form von Porträts zu erfassen und malerisch darzustellen. Wir erkunden die verflochtenen Realitäten kontaminierter Böden aus der Perspektive der besiedelnden Pflanzen. Die Teilnehmenden arbeiten gemeinsam an einer textilen Karte des Ortes, die Böden als lebendige Archive sichtbar macht.
17 – 18 Uhr
Forum
Öffentliche Präsentation der Workshop-Ergebnisse