Algen | Schutt | CO2

Algen | Schutt | CO2

Die Ausstellung im ehemaligen Kaufhaus Zeeck zeigt disziplinübergreifende Arbeitsweisen und Anwendungsbeispiele, die ästhetische und nachhaltige Gestaltung verbinden und befördern. Sie erforscht alternative Arten des Bauens und ist CO2-neutral konzipiert.

Das ehemalige Kaufhaus Zeeck in der Dessauer Innenstadt ist Ausgangspunkt der Ausstellung Algen | Schutt | CO2. Der 1908 eröffnete und in den 1920er Jahren erweiterte Bau ist ein herausragendes Beispiel der Warenhausarchitektur der Moderne und erzählt durch seine materiellen Schichten eine über ein Jahrhundert währende Stadtgeschichte.

Die Ausstellung macht diese Geschichte sichtbar: Sogenannte Zeitfenster an Treppe, Fußboden, Pfeiler und Decke geben im Rahmen der Ausstellung den Blick auf die materielle Geschichte des Gebäudes frei. Was auf den ersten Blick unverändert wirkt, offenbart bei genauerer Betrachtung einen sensiblen Umgang mit der historischen Bausubstanz. Abgeblätterter Putz wird entfernt, Löcher werden geschlossen, was repariert werden kann, wird repariert oder umgestaltet – zum Beispiel alte Fenstergläser oder die Paneele der Hetaflex-Aluminium-Fassade, die im Zuge der Fassadensanierung im Frühjahr 2025 abgenommen wurden. Ergänzungen wie das Deckenleuchtsystem und Reparaturen des Bodenbelags aus den 1980er Jahren folgen den Prinzipien der Wiederverwertbarkeit.

Algen | Schutt | CO2 ist eine „Musterausstellung“ für nachhaltige Gestaltung, deren Betrieb möglichst wenig CO2 produzieren soll. Sie ist Schau-, Nutz- und Veranstaltungsraum gleichermaßen. Sie zeigt disziplinübergreifende Forschungsansätze und kollaborative Arbeitsweisen, in denen menschliche und nicht-menschliche Akteur*innen, Ökonomien, Technologien, Material- und Stoffströme zusammenfinden. Im Zentrum der Ausstellung stehen Alternativen zum Materialkanon der (klassischen) Moderne: etwa Lehm, Myzelien, Algen, Lehm-, Basalt-, Flachs- und reststoffbasierten Geopolymerbeton. So entwickelt beispielsweise das InMyco-Projekt der Hochschule Anhalt innovative Myzelmaterialien, wobei Reststoffe aus regionaler Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Industrie als Nährboden dienen.

Handwerker*innen, kleine und größere Unternehmen. Forscher*innen, Gestalter*innen und Künstler*innen arbeiten hier eng zusammen. Bauen wird als Materialressourcen schonender gemeinsamer Prozess verstanden, der fortwährender Aktualisierung bedarf und Veränderungen unterliegt. Während des Ausstellungszeitraums geben Schaubaustellen Einblick in diese Prozesse, Werkstätten laden zur Teilnahme ein.

Eröffnung:
28.3.2026, 11 Uhr im Bauhausgebäude

Kurator*innenführung:
29.3.2026, 11 Uhr

Führung mit Kuratorin Barbara Steiner (Onlinetickets):
10.4. / 5.6. / 10.7. / 28.8.2026, 17 Uhr

Führung mit Kuratorin Juliane Aleithe (Onlinetickets):
24.4. / 22.5. / 19.6. / 14.8. / 18.9.2026, 17 Uhr

Finissage:
27.9.2026, 14 – 16 Uhr

Die Intervention renaissource thematisiert die Renaissance (Wiedergeburt) eines neuen Umgangs mit Ressourcen. Die Fachbereiche Design und Architektur der Hochschule Anhalt zeigen verschiedene gestalterische Perspektiven im Tapetenraum, im Glasraum sowie im Werkraum innerhalb der Ausstellung auf.

Gebrochene Verheißung
29. März – 12. Mai 2026

Kirchen und Kaufhäuser geben mit markanter Architektur in bester Lage ein Glücksversprechen, das sie kaum noch einzulösen vermögen. Um diesen öffentlichen Orten wieder Strahlkraft zu verleihen, entwickelten vier Stipendiat*innen neue Ideen: Marius Busch, Maximilian Hartinger, Louis Volkmann und Karla Zipfel, kuratiert von Karin Berkemann, gefördert von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.

Using Design to Connect
19. Mai – 31. Juli 2026

Drei Projekte, eine Mission: unsere Welt nachhaltiger, gerechter und schöner zu gestalten. Wie kann Design Beziehungen gestalten und neu definieren? Antworten darauf finden: Julia Lohmann, Alberte Holmø Bojesen, und Anna van der Lei (Department of Seaweed), Francesca Tambussi (Hyperburgers), Ezgi Mutluer, Leonardo Mesa Cabrera und Wencke Hamann (VorOrt-Haus / Druckbar).

Erbgut | D-Mag
4. August – 27. September 2026

So wie ein Genom alle Erbinformationen in der DNA von Lebewesen gespeichert hält, so beinhaltet unser kulturelles Erbgut die Einflussgrößen, die wir heute zum Umgang mit unserer Lebenswirklichkeit heranziehen.  Drei künstlerische Positionen von Martin Maleschka, Nikita Vinokurov und Katrin Günther zeigen individuelle Zugänge zu diesem Thema.

Ein Gemeinschaftsprojekt von Stiftung Bauhaus Dessau und Hochschule Anhalt

Das Kaufhaus Zeeck wurde 1908 eröffnet und in den 1920er Jahren erweitert. 1945 wurde es zum HO-Warenhaus, in den 1960er Jahren dann zum Magnet-Kaufhaus. Lange prägte es das Stadtbild mit seiner blauen Lamellenfassade und dem Schriftzug „Magnet“. Nach dem Zusammenbruch der DDR stand das Gebäude leer. Anfang der 2000er Jahre erwarb die Familie Dinh das Gebäude und nutzte einen Teil davon für ihren Textilhandel. Heute befindet sich im Erdgeschoss das Asia-Restaurant Lou. 2025 wurde damit begonnen, die Blechvorhangfassade abzunehmen und die historische Fassade aus den 1920er Jahren zu restaurieren.

Adresse:
Ehemaliges Kaufhaus Zeeck
(Zugang über Restaurant LOU)
Kavalierstraße 72
06844 Dessau-Roßlau

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