Ziegel | Shed | Strom

Ziegel | Shed | Strom

Der Raum um das historische Arbeitsamt wird in einen Spielort verwandelt, den wir als ein „Amt der Neuen Arbeit“ definieren. Dabei rückt neben den prominenteren Werkstoffen der Moderne – wie Stahl, Glas und Beton – der oft vergessene, aber allgegenwärtige Backstein in den Mittelpunkt. Bei Ziegel | Shed | Strom ist er Ausgangspunkt von künstlerischen Installationen und Experimenten. Mit einer Installation der Kopenhagener Künstlergruppe SUPERFLEX: Superbricks – Pink Elements

Das 1928–1929 nach Entwürfen von Walter Gropius‘ Büro errichtete Dessauer Arbeitsamt gilt als bedeutendes Beispiel funktionalistischer Architektur der Moderne. Das Gebäude steht mit seiner gelben Ziegelsteinfassade im Kontrast zu den strahlend weißen Bauhausbauten und schlägt eine materielle Brücke zum Fagus-Werk, das Gropius zusammen mit Adolf Meyer entwarf (1911). Die Herkunft der gelben Ziegel ist jedoch bis heute ungeklärt.

Basierend auf einer Studie des Reichsarbeitsministeriums von 1925 schuf Gropius mit dem Arbeitsamt eine neue Gebäudegattung, die Funktionalität und Ästhetik vereinte. Das Konzept sah einen kreuzungsfreien Publikumsverkehr, elektrische Leuchtzeichen und telegrafische Vernetzung vor. Das flexible Raumangebot ermöglichte eine Anpassung an schwankende Arbeitsmarktdaten, auch wenn die Weltwirtschaftskrise bereits 1930 Umbauten erforderlich machte.

Nach mehreren Folgenutzungen erwarb die Bundesagentur für Arbeit das Gebäude 2025 zurück. Im Jahr 2027 soll es anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Arbeitslosenversicherung als Veranstaltungs- und Tagungszentrum für die Herausforderungen der „Neuen Arbeit“ im 21. Jahrhundert eröffnet werden.

Begleitend zur Neunutzung dieses historischen Ortes präsentiert die dänische Künstlergruppe SUPERFLEX am 1. Mai 2026 die Installation „Superbricks für alle Spezies“. Die Installation besteht aus rosa, gebogenen Ziegeln aus ungebranntem Ton, die in der nahegelegenen Schultheiß-Patzenhofer Brauerei entstehen. Diese „Superbricks“ brechen mit den geraden Linien des Bauhauses und schlagen durch ihre Witterungsempfindlichkeit eine Brücke zwischen der Vergänglichkeit des historischen Ortes und einer ökologischen Zukunftsvision.

Eröffnung:
28.3.2026, 11 Uhr im Bauhausgebäude

Kurator*innenführung:
29.3.2026, 14 Uhr
(Start am historischen Arbeitsamt)

Förderer: