Die Veranstaltung würdigt das Historische Arbeitsamt, das Walter Gropius zwischen 1927 und 1929 entwarf, als wichtigen Ort im Jubiläumsjahr 100 Jahre Bauhaus Dessau. Das Gebäude war nicht nur architektonisch außergewöhnlich, sondern auch für die Organisation des Arbeitsmarkts im 20. Jahrhundert wegweisend. Am Internationalen Tag der Arbeit richten Stadt und Stiftung den Blick deshalb zugleich auf die Frage, welche Rolle dieser Ort im 21. Jahrhundert einnehmen kann.
Einen besonderen Anlass bildet zudem die Neugestaltung der Freiflächen rund um das Gebäude, die die Stadt Dessau-Roßlau 2025 initiiert hat. Der Entwurf des Landschaftsarchitekturbüros U. Merz verbindet den August-Bebel-Platz mit dem benachbarten Portal des Historischen Erdmannsdorff-Friedhofs und macht die unterschiedlichen Schichten der Stadtentwicklung neu erfahrbar. Die Anlage vermittelt zwischen den städtebaulichen Ideen der Bauhauszeit, den Überformungen der 1960er Jahre und den aktuellen Perspektiven der Stadt im Zusammenhang mit der Bewerbung um die BUGA 2035.
Die Stiftung Bauhaus Dessau nähert sich dem Ort im Jubiläumsjahr unter dem Motto An die Substanz zudem über das Material des Gebäudes. Das Historische Arbeitsamt unterscheidet sich durch seinen gelben Backstein deutlich von den weiß verputzten Bauhausbauten Walter Gropius’ in Dessau. Daran anknüpfend fragt die Stiftung nach den Ursprüngen und Zukunftsperspektiven moderner Baumaterialien und nach neuen Formen des Arbeitens und Zusammenlebens.
Mit dem Tag der Neuen Arbeit widmen die Stadt Dessau-Roßlau und die Stiftung Bauhaus Dessau den traditionellen 1. Mai symbolisch um – als Einladung, das Historische Arbeitsamt neu zu entdecken und über Arbeit, Material und Stadt gemeinsam nachzudenken.
© Stiftung Bauhaus Dessau / © (Gropius, Walter) VG Bild-Kunst, Bonn 2023 / Foto: Willmington-Lu, Yakob Israel, 2018