Soda | Linsen | Fluff

Soda | Linsen | Fluff

Die Künstlerin Antje Schiffers und ihr Partner Thomas Sprenger begeben sich auf Einladung der Stiftung Bauhaus Dessau auf Spurensuche. Sie erkunden Herkunft und Produktion von Materialien des Bauens. Sie treten in Kontakt zu Produzenten, zu Geologen und Industriemuseen, etablieren Beziehungen und machen sie zu Mitwirkenden der Ausstellung.

Das Projekt, das im Sommer 2024 begann, beleuchtet die globalen Verflechtungen von Ressourcen, Arbeit und Ökonomien. Im Zentrum steht die Erkundung verschiedener Abbau- und Produktionsstätten: Das Duo bereiste Zementanlagen, Flachglasproduktionen, Tagebaue und Ziegeleien in Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Anatolien und Kuba. Zentraler Bestandteil ihrer Erkundungen war der direkte Kontakt zu Produzenten, Geologen oder Industriemuseen vor Ort, die durch ihre Kooperation zu Mitwirkenden der Ausstellung werden.

Malerei und Zeichnung fungieren in diesem Kontext als vielschichtige Werkzeuge: Sie dienten als Einstieg für Gespräche, als Dokumentationsmedium der Reiseerlebnisse und schließlich als eigenständige Kunstwerke. Die Ausstellung macht gesellschaftliche Umbrüche, Verluste, aber auch Aufbrüche und menschliches Engagement über Objekte und Erzählungen greifbar.

Der Ausstellungstitel Soda | Linsen | Fluff spielt auch mit der skurrilen Frage, wie viele Tonnen Linsen ein Zementwerk wert sei. Die Antwort findet sich in den historischen globalen Handelsbeziehungen der DDR mit dem Sozialistischen Äthiopien: Das Zementwerk New Mugher wurde damals im Rahmen eines langfristigen Importabkommens tatsächlich auch mit Linsen bezahlt. Diese Geschichte macht die oft abstrakten Tauschprozesse und globalen Verflechtungen auf spielerische und sehr konkrete Weise greifbar. Das Museum wird so zu einem Knotenpunkt dieses räumlich und zeitlich ausgefalteten Projekts.