In den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg galt Stahl als Material der Moderne. Ausgehend von Großbritannien entwickelten sich in Deutschland Skelett-, Fachwerk- und Tafelbauweisen mit Trockenmontage. Zur Dämmung kamen innovative Stoffe wie Torfoleum, Bimsbeton und Pflanzenfasern zum Einsatz – viele davon auch in Dessau-Törten bekannt.
Die Präsentation Blech | Membran | Bullauge am Stahlhaus zeigt exemplarisch den 1926, vornehmlich aus Blech, errichteten Experimentalbau in der Dessauer Siedlung Törten. Der Bauhaus-Meister Georg Muche entwarf ihn gemeinsam mit dem Architekten Richard Paulick und unterstützt durch die Leipziger Stahlhausfabrik Carl Kästner. Die konsequent moderne Konstruktion aus Spezialprofilen bot flexibel erweiterbare Raummodule. Doch Rostschutz und Dämmung erwiesen sich als mangelhaft. Nach der Sanierung präsentiert sich das Stahlhaus heute wieder in historischem Erscheinungsbild.
Das Stahlhaus verbindet die Bauhaus-Visionen mit ihrer industriellen Umsetzung während eines innovativen Baubooms. Die Präsentation zeigt, wie Dessau zum Zentrum metallischer Experimente wurde, die durch die kriegsbedingte Aufrüstung nach 1933 ein Ende fanden.
Eröffnung:
28.3.2026, 11 Uhr im Bauhausgebäude