Im Zentrum der Ausstellung „Then leave the ornamentation of it to nature“ des in Zürich lebenden Künstlers Jürgen Beck steht die Frage, wie Fotografie Architektur sichtbar macht. Den Ausgangspunkt seiner Arbeiten bildet die ikonische Architektur der Bauhausbauten in Dessau. Die gezeigten Fotografien entstanden während Becks Aufenthalt als Artist in Residence der Stiftung Bauhaus Dessau im Jahr 2025. Sie verorten das Bauhaus Ensemble in vielfältigen Perspektiven und räumlichen Relationen innerhalb seines städtischen, landschaftlichen und kulturellen Gefüges. Der Künstler entwickelt eine Bildsprache der Annäherung und Intimität. Architektur erscheint hier nicht als autonomes Objekt oder abgeschlossenes Artefakt, sondern als sozialer und körperlich erfahrbarer Raum.
Zugleich setzen sich die Fotografien mit den ikonischen Fotografien des Schulbetriebs der 1920er Jahre auseinander, die das visuelle Gedächtnis des Bauhauses nachhaltig geprägt und sich tief in das kollektive Bildarchiv der Moderne eingeschrieben haben. Wohn- und Werkstattbauten, Mobiliar und Gebrauchsgegenstände werden dabei nicht als isolierte Formen oder Design-Ikonen gelesen, sondern als relationale Elemente eines komplexen kulturellen und zugleich gegenwärtigen Textes. Jürgen Becks fotografische Arbeit versteht sich in diesem Sinne als visuelle Untersuchung von Architektur im Gebrauch – als lebendige, veränderliche Struktur, in die sich soziale Praxis, Wahrnehmung und Zeit kontinuierlich neu einschreiben.