staging the bauhaus XV

staging the bauhaus XV

Zu jedem Jahresende ist das Anhaltische Theater Dessau mit einem Programm der Moderne zu Gast auf der historischen Bauhausbühne.

„Gelesen, gespielt, getanzt“ steht als Untertitel unter der Überschrift Geschichte vom Soldaten. Und tatsächlich ist es unmöglich, dieses außergewöhnliche Stück einem bestimmten Genre zuzuordnen. Der Dichter Charles Ferdinand Ramuz und der Komponist Igor Strawinsky schrieben es 1918 in der Absicht, damit auf einer mobilen Jahrmarktsbühne durch die Schweiz zu touren. Alles sollte möglichst einfach und mit wenigen Mitwirkenden ausführbar sein: ein Vorleser, zwei Schauspieler, eine Tänzerin und ein Ensemble aus sieben Musikern plus Dirigenten.

Angeregt durch ein russisches Märchen wird die tragische Geschichte eines Soldaten erzählt, der sich dem Teufel ausliefert. Das geschieht in sachlich nüchternem Ton und mit einer Musik, die mit sparsamsten Mitteln und mit parodistischen Verzerrungen traditioneller Formen und Satztechniken stets ironische Distanz zum Geschehen wahrt. Kein Wunder, dass dieses unromantische, völlig neuartige Musiktheaterwerk in Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg die Aufmerksamkeit der künstlerischen Avantgarde auf sich zog. 1923 wurde Die Geschichte vom Soldaten zur Bauhauswoche in Weimar aufgeführt, und am 16. Mai 1928 erschien das Werk im Rahmen des Sonderabonnements „Junge Bühne“ zum ersten Mal in Dessau.

Zum 100. Jahrestag der Eröffnung des Dessauer Bauhausgebäudes ist es nun wieder zu erleben. Ergänzt wird der Abend durch Stefan Wolpes Chamber Piece 1 (1965) und Paul Hindemiths Kammermusik Nr. 1 op. 24 Nr. 1 (1922).

Aufführungsrechte:
Chester Music Ltd/Edition Wilhelm Hansen AS vertreten durch Bosworth Music GmbH/Wise Music Group

Musikalische Leitung
Svetoslav Borisov
Inszenierung
Björn Reinke
Raumkonzept/Licht
Guido Petzold
Umsetzung
Giulio Musi
Kostüme
Steffen Gerber-Helm
Choreografie
Martin Anderson
Dramaturgie
Ronald Müller
Der Vorleser
Kay Stiefermann
Der Soldat
Edgar Sproß
Der Teufel
Tizian Steffen
Die Prinzessin
Sabrina Kallan
zusammen mit der
Anhaltischen Philharmonie Dessau

Eine Kooperation der Stiftung Bauhaus Dessau mit dem Anhaltischen Theater Dessau

Logo des Anhaltischen Theaters Dessau