Wolfgang Thöner:
Kunst ist Waffe. Die Zeitschrift der Kostufra 1930–1932 und die Frage der Kunst

Zwar war Gropius die Mitwirkung der Maler unentbehrlich, doch Ausbildungsziel am Bauhaus war der Gestalter für die Dinge und Räume des Alltags. Als es ab 1927 dann doch freie Malklassen bei Paul Klee und Wassily Kandinsky gab und mit ihnen das Eingehen auf Ausstellungsbetrieb und Kunstmarkt, verschärfte sich unter Hannes Meyers Direktorat dieser Gegensatz. Ernst Kállai versuchte 1929 zu vermitteln und wünschte sich das Bauhaus als „Versuchsstätte im geistig-kulturellen Sinne“. Mit Herausgabe der Zeitschrift der Kostufra spitzten sich die Konflikte noch weiter zu, als unter dem Motto „Kunst ist Waffe“ u. a. gegen abstrakte Kunst argumentiert wurde. Kunst sollte im Sinne der Kommunisten aktivieren, letztlich für eine schnell herbeizuführende „Weltrevolution“. Deshalb stellen sich Fragen wie: Welche Kunst wurde aus welchen Gründen abgelehnt? Für welche Kunst trat die Kostufra ein? Welche Hintergründe hatten die dazu in der Zeitschrift geführten Debatten, welche Kunsttheorien gab es in der KPD und ihrem Umfeld?


Wolfgang Thöner ist Leiter der Sammlung der Stiftung Bauhaus Dessau. Er studierte Kunsterziehung und Germanistik an der Humboldt-Universität zu Berlin und zeichnet, neben seiner akademischen Tätigkeit in Form von Gastvorträgen und -vorlesungen, als Kurator für zahlreiche Ausstellungen verantwortlich. Zu seinen Forschungsinteressen zählen die Bauhausgeschichte und Bauhausrezeption (insbesondere in Ostdeutschland von 1945 bis 1990) mit einem Schwerpunkt auf Architektur, Funktionalismus, bildender Kunst und kulturgeschichtlichen Themen.