Soonim Shin:
Der Kulturkampf in der KPD oder Das zerbrochene Bündnis zwischen KPD und bürgerlichen Intellektuellen, dokumentiert in der Zeitschrift „Film und Volk“ des Volksverbandes für Filmkunst (1928–1930)

Vor dem Hintergrund der Entlassung aus dem Direktorenamt wird im dritten Heft der Kostufra eine Feindschaft zwischen den „revolutionären Ansichten“ von Hannes Meyer und den Einstellungen der Bourgeoisie behauptet. Der Artikel markiert einen Tiefpunkt des Verhältnisses zwischen Kommunisten und Bürgertum in Deutschland 1930, der nicht nur am Bauhaus, sondern auch beim Volksverband für Filmkunst sichtbar wird. Der von der KPD gegründete Volksverband war eine Bündnisorganisation zwischen Kommunisten und Bürgerlichen. Ihm gehörten viele namhaften Intellektuelle wie Heinrich Mann, Alfred Kerr, Kurt Tucholsky, Theodor Wolff und Carl Zuckermayer an. Der Verband gab die Zeitschrift Film und Volk heraus. Nachdem die KPD 1929 das Bündnis mit den bürgerlichen Intellektuellen im „Ehren-Ausschuß“ gekündigt hatte, erschien die Verbandszeitschrift Film und Volk ein letztes Mal im März 1930. Wie das Bündnis zwischen KPD und zumindest Teilen der „Bourgeoisie“ zerbrach, darüber informieren die Ausgaben von Film und Volk 1928 bis 1930.


Soonim Shin arbeitet als Lebens- und Sozialberaterin in Wien. Die diplomierte Sozialarbeiterin studierte Germanistik in Daegu (Südkorea) sowie Erziehungswissenschaften, Soziologie und Philosophie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen Marktwirtschaft und Gesellschaft sowie Kolonialgeschichte.