Magdalena Droste:
Die Architekturdebatte in der Kostufra. „wir bauen für sie keine kirchen und villen.“

Die Themen Architektur, Wohnen und Städtebau werden – anders als man erwarten könnte – nur in wenigen Heften der Kostufra-Zeitschrift behandelt. Höhepunkte sind die Nr. 5 und 6 aus dem Jahr 1931. Der Beitrag rekonstruiert die Argumentation dieser Texte. Basis war die Orientierung an der parteipolitischen Ideologie der KPD. Daher lehnen die anonymen Autoren die Architektur von Ludwig Mies van der Rohe, Le Corbusier und Walter Gropius ebenso ab wie den herkömmlichen Mietshausbau. Positive Gegenbilder waren für sie Wohnungstypen und Städtebau der UdSSR. Die Zeitschriftentexte stehen in engem Zusammenhang mit der radikal linkspolitischen Planung für die Siedlung Dessau Fichtenbreite, die im Wintersemester 1931 ein Seminarprojekt unter Ludwig Hilberseimer war. Ein Nebenstrang dieses Diskurses ist der Austausch mit mindestens zwei Mitgliedern der in Russland weilenden „stoßbrigade“, nämlich Hannes Meyer und Konrad Püschel.


Magdalena Droste ist emeritierte Professorin für Kunstgeschichte der BTU Cottbus-Senftenberg. Sie studierte Kunstgeschichte und Germanistik an der RWTH Aachen und der Philipps-Universität Marburg und wurde dort mit einer Arbeit zur deutschen Wandmalerei im 19. Jahrhundert promoviert. Neben Tätigkeiten an der Staatsgalerie Stuttgart und am Lenbachhaus München arbeitete Magdalena Droste als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Bauhaus-Archiv Berlin und war dort von 1991-1997 stellvertretende Direktorin. Sie forscht zur Geschichte und Rezeption des Bauhauses.