Gewebe-Spiele

als Ausstellungparcours im Werkstattflügel

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Stoffgebiete. Otti Berger.
// Eine Installation von Judith Raum

Otti Berger steht im Zentrum zweier verknüpfter Ausstellungen. Nach Otti Bergers Ermordung im KZ Auschwitz befindet sich ihr textiles Werk zusammenhanglos über Archive weltweit verstreut. Aus Fragmenten dieses Werks entwickelte die Berliner Künstlerin Judith Raum für die Stiftung Bauhaus Dessau zwei Installationen. Im Zwischenspiel im Bauhaus Museum Dessau stellt sie vier originale Entwürfe Bergers aus den 1930er Jahren Designs gegenüber, die noch am Bauhaus Dessau entstanden waren. Sie spürt so der Frage nach, ob Bruchteile einer einst kontinuierlichen gestalterischen Praxis wieder in eine zusammenhängende Erzählung gebracht werden können.

Für die raumgreifende Installation in der ehemaligen Textilwerkstatt im Bauhausgebäude wiederum ließ die Künstlerin einen Vorhangstoff Bergers aus der letzten Bauhaus-Kollektion gewebter Vorhangstoffe aufwendig nachweben und inszeniert die Stoffbahnen gemeinsam mit neuen Videoarbeiten, die Konflikte und Verwerfungen während der Arbeit an der Stoffkollektion reflektieren.
Weitere Informationen zur Ausstellung und zu Judith Raum


Cat’s cradle
// Performance von Paola Anziché (Italien)

Paola Anziché befasst sich mit interaktiven Übungen, wie dem Weben ohne Webstuhl. Das Kreative Weben ist für sie eine einfache und miteinbeziehende Aktivität, die durch die interaktive Teilnahme von Menschen entsteht. Dabei werden Fäden in einem von der Gruppe koordiniertem repetitiven Mechanismus verflochten. Diese spielerische, praktische Übung erhöht die visuell-manuelle Koordination sowie die taktil-sensorischen Fähigkeiten, sodass u.a. die Vorstellungskraft der Teilnehmenden gestärkt wird.

Als interaktive Performance wählte sie für das Bauhausfest 2021 dagegen die Ganzkörperübung Cat’s cradle. Hierbei entscheiden sich die Teilnehmenden für eine bestimmte Zeichnung und kombinieren diese mit zwei oder drei Beiträgen anderer Teilnehmenden, um diese dann mit dem eigenen Körper zu (re-)präsentieren. Die performative Handlung besteht daraus, die Zeichnungen in eine praktische, manuelle und physische Übung zu übertragen und aufzulösen. Teil der Performance ist die Herausforderung der eigenen Erwartungen, da sich die Umsetzung immer anders gestaltet als angenommen.


embedded movement
// Installation mit beweglichen Oberflächen von Paula van Brummelen (Kunsthochschule Berlin Weißensee)

In der Versuchsreihe embedded movement wurde das 3D-Druckverfahren genutzt um Formgedächtnislegierungen und thermoplastisches Polyurethan (TPU) nahtlos in bewegliche Oberflächen zu integrieren. Es entstehen flexible Membranstrukturen, die die Fähigkeit haben sich zu verformen. Weiterentwickelt und skaliert können diese Oberflächen beispielsweise zur Luft-, Akustik- oder Lichtregulation im architektonischen Kontext eingesetzt werden.


Fadenspiel und Pilzfantasien

Der Design-Shop thematisiert mit Fadenspielen und Pilzfantasien, d.h. mit Design-Installationen, einer besonderen Literatur- und Produktauswahl sowie mit kulinarischen Angeboten, die das Zubereiten von Mahlzeiten mit Pilzen neu interpretieren, die Biosphäre als existentielle Infrastruktur, in, mit und von der wir leben.