Open Call:
Bauhaus Lab 2023

Concrete Antarctic
24. April – 21. Juli 2023

Einsendefrist verlängert bis 3. Februar 2023

Im Sommer 1934 eröffnete der Londoner Zoo seinen neuen Pinguin Pool. Entworfen von Berthold Lubetkin und der Tecton Company in Zusammenarbeit mit Ove Arup, wurde die elegante und ineinander verschränkte Doppelhelix-­Rampe aus Beton, auf der die Pinguine ihre „sozialen Talente zur Schau stellen“, öffentlich gefeiert.

Die Neugestaltung des Londoner Zoos stand im Kontext politischer, intellektueller und künstlerischer Debatten der 1930er­Jahre. Ausgehend von einer Kritik an den unmenschlichen Lebensverhältnissen der Mehrheit der Bevölkerung weltweit sollte im Zusammenwirken von Biologie, Technologie und Gestaltung eine Reform der Mensch­-Natur­-Verhältnisse durch wissenschaftlich begründete Architektur und Planung entworfen werden. Einer solchen Moderne ginge es nicht um Unterwerfung, sondern um ein harmonisches Verhältnis zur Natur. László Moholy­-Nagy, im Exil in London lebend und Anhänger der „Biotechnik“, traf in diesem Milieu auf Gleichgesinnte.

Das Bauhaus Lab 2023 nimmt den Londoner Pinguin Pool zum Ausgangspunkt einer multidisziplinären Recherche. Die acht internationalen Teilnehmer*innen setzen sich in Archivrecherchen und Vor­-Ort-Exkursionen mit den Wissenskulturen und Materialitäten des modernen Zoo­-Designs auseinander. Welche Denkmuster von Human­-Non-­Human­-Beziehungen strukturieren die Zeigekultur des Pinguin Displays? Welche Konzepte von Umwelt und Habitat begleiteten die Gestaltungsdiskurse um den Londoner Zoo? Die kollektive Forschung, die im Rahmen des Bauhaus Labs durchgeführt werden soll, reflektiert kritisch die weitreichenden Konstellationen, konzeptionellen Instrumentalisierungen, geografischen Imaginationen, Gestaltungsdiskurse und materiellen Verstrickungen dieser mehr-als-menschlichen Umwelt und schlägt gleichzeitig Alternativen für zeitgenössische Gesten des Zusammenlebens vor.


Über das Bauhaus Lab

Das Bauhaus Lab ist ein dreimonatiges Forschungsprogramm für Wissenschaftler*innen und Praktiker*innen aus den Bereichen Architektur, Design und kuratorischer Praxis. Die Teilnahme ist kostenlos, und allen Teilnehmer*innen werden Arbeitsräume im Bauhausgebäude zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus erhalten die Teilnehmer*innen einen Zuschuss zu ihren Wohnkosten und ein Tagegeld. Das Programm beinhaltet Exkursionen (national und international); die Stiftung Bauhaus Dessau übernimmt die Reise- und Aufenthaltskosten für diese Exkursionen. Der kollektive Forschungsprozess mündet in einer Ausstellung, die im Bauhausgebäude präsentiert wird. Von den Teilnehmern wird erwartet, dass sie während der gesamten Dauer des Programms vor Ort anwesend sind und einen Beitrag zur gemeinsamen Forschung leisten. Das Programm wird in englischer Sprache durchgeführt.


Jetzt bewerben!

Bewerbungen mit Lebenslauf, Mappe und Interessenbekundung (in englischer Sprache) richten Sie bitte bis zum 3. Februar 2023 an Dr. Regina Bittner, Leiterin des Programms: lab [at] bauhaus-dessau.de. Alle Bewerbungsunterlagen sollten in einer einzigen PDF-Datei zusammengefasst werden, die nicht größer als 5 MB ist.

Fragen zum Bewerbungs- und Auswahlverfahren sowie zum Programm selbst können ebenfalls an diese Adresse gerichtet werden. Bis zu acht Teilnehmer*innen werden von einer internationalen Jury ausgewählt. Die erfolgreichen Kandidat*innen werden in der ersten Februarhälfte benachrichtigt.

Wir begrüßen ausdrücklich Bewerbungen von Kandidat*innen mit Profilen, die in westlichen akademischen und kulturellen Institutionen bisher marginalisiert wurden. Die Stiftung Bauhaus Dessau bemüht sich, Bewerber*innen von außerhalb des Schengen-Raums bei den Visa-Formalitäten zu unterstützen.